Vorfußfehlstellungen belasten in Deutschland immer mehr Menschen. Es gibt viele Fehlstellungen, vom Hallux valgus bis zur Krallenzehe. In Abhängigkeit vom Stadium der Fehlstellung kann durch Einlagen, Physiotherapie oder Operation die Lebensqualität deutlich gesteigert werden.

Beim Hallux valgus handelt es sich um eine X-förmige Fehlstellung des Großzehenballens. Das Grundgelenk ist oft aufgetrieben. Häufig tritt diese Fehlstellung in Kombination mit einer Arthrose im Grundgelenk auf. Die Krallenzehenbildung betrifft meist den zweiten oder dritten Zeh. Dabei kommt es zu einer Krallenbildung im Mittelgelenk, häufig auch mit Einsteifung.


Diagnostik

  • Anamnese
  • Genaue körperliche Untersuchung
  • Röntgen

Weitere Untersuchungen wie MRT, CT sind so gut wie nie notwendig.


Konservative Therapie
Eine konservative Therapie ist nur bei minimalen Beschwerden oder rein kosmetisch störender Fehlstellung indiziert. Hier ist vor allen Dingen die Kräftigung der Fußmuskulatur, eine Gangschulung und eine Einlagen-Versorgung zu empfehlen.

Operative Therapie

Die Operation des Hallux valgus hat einen „schlechten Ruf“, da früher auch häufig gesunde Gelenkanteile entfernt wurden. Dadurch kam es zu Funktionseinschränkungen – nicht selten zu Dauerbeschwerden. Heute werden nach modernsten Richtlinien bei der Operation Gelenk und Funktion erhalten. In Abhängigkeit vom genauen Ausmaß der Fehlstellung (genaues Vermessen vor der Operation!) wird differenziert vorgegangen. Dadurch kommt es zu sehr guten und funktionellen Ergebnissen.

Gleiches gilt entsprechend für die Krallenzehenbildung. Jedoch wird hier auch heute noch häufig - mit guten Erfolg - die sogenannte Operation nach Hohmann (Entfernung des Grundgliedendes) durchgeführt. Hinzugekommen sind moderne Operationsverfahren wie Sehnenverlagerung und dergleichen.
Bei fortgeschrittener Arthrose im Grundgelenk kommt der Einbau eines künstlichen Gelenkes (analog zu Knie oder Hüfte) in Frage. Alternativ ist die Versteifung des Grundgelenkes möglich, welche jedoch heutzutage weitestgehend vermieden werden kann.


Nach der Operation
Nach einer Vorfuß-Operation ist eine Entlastung des Vorfußes bis zu sechs Wochen notwendig. Dies geschieht mit einem speziellen „Vorfuß-Entlastungsschuh“. Durch unterstützende Physiotherapie (Krankengymnastik, Lymphdrainage) wird der Heilungsverlauf unterstützt. Eine Arbeitsunfähigkeit ist - je nach Beruf - zwischen 3 und 8 Wochen auszusprechen.