Nach dem vor ca. zwei Jahrzehnten die Kniearthroskopie in die Chirurgie Einzug gefunden hat, wurden in der Folge auch andere größere und später kleinere Gelenke der Arthroskopie zugängig. Mit weitem Abstand finden die meisten Arthroskopien noch am Kniegelenk statt. Zu den anderen großen Gelenken, die häufiger arthroskopisch behandelt werden, gehört das Sprunggelenk.

Die Indikation zur arthroskopischen Operation wird meist bei Bewegungseinschränkung, Schmerzen, Instabilität oder Erguss gestellt.

Ursache sind häufig Verletzungen durch Sport oder Arbeit, chronische Überbelastung wie z.B. bei Tänzern oder allgemeine Grunderkrankungen wie Rheuma.

Im Vordergrund stehen Knorpelschäden, Schleimbeutelentzündungen, freie Gelenkkörper, störende und vorspringende Knochenteile, Verwachsungen und Vernarbungen.

All die genannten Schädigungen sind der Arthroskopie sehr gut zugänglich. Freie Gelenkkörper können entfernt werden, der Knorpel kann glatt geschliffen und „versiegelt“ werden oder gegebenenfalls (allerdings eher selten) ersetzt werden. Die Gelenkschleimhaut kann (teil-) entfernt werden und vorspringende Knochenteile können abgeschliffen werden.

Die Bandverletzungen an den Sprunggelenken gehören zu den häufigsten Verletzungen, vor allen Dingen im Sport. Die Patienten knicken meistens nach Außen um. Von der Zerrung des Gewebes bis zum kompletten Riss der Kapsel und der Bänder kann es zu entsprechenden Beschwerden kommen.


Symptome
Im Allgemeinen tritt eine schmerzhafte Schwellung an der Außenseite des Gelenkes auf. Die Beweglichkeit ist meistens noch möglich, jedoch schmerzhaft endgradig eingeschränkt. Je nach Schwere der Verletzung kommt es zu einer zunehmenden Instabilität.

Diagnose

Eine genaue Befragung des Patienten über den Unfallhergang und genaue Untersuchung des Gelenkes ist erforderlich. Als weitere Diagnostik bieten sich Ultraschall-, Röntgen- und Kernspintomographie-Untersuchungen an. Eventuell ist eine apparative Prüfung der Gelenkstabilität notwendig.


Behandlung

Wichtig ist – möglichst noch am Unfallort – eine Kompressionsbehandlung mit Eis und eine Hochlagerung durchzuführen. Dadurch kann die Schwellung in Grenzen gehalten werden.

In der Regel müssen gerissene Bänder nicht genäht werden. Durch Ruhigstellung in einer kleinen Kunststoffschiene und mittels intensiver Physiotherapie werden die meisten Patienten beschwerdefrei. Nur in wenigen Fällen (extreme Instabilität, extreme Belastung durch Sport oder Beruf) muss eine operative Versorgung erfolgen.
Bei einer konservativen Behandlung ist – je nach Ausmaß der Verletzung – nach zwei bis sechs Wochen volle sportliche Belastung wieder möglich.

Bei einer operativen Versorgung - dies geschieht über einen kleinen Schnitt an der Außenseite - dauert der Heilungsverlauf ca. 2 Wochen länger.

Nach der Operation

Sie dürfen eine zeitlang nicht selbst Auto fahren. Lassen Sie sich daher bitte abholen. Gegebenenfalls organisieren wir für Sie einen Transport. Grundsätzlich sollte das betroffene Bein einige Tage hochgelegt werden, elastisch gewickelt und die ersten 2-3 Tage mehrfach am Tag kurzfristig gekühlt werden. Eine Thrombose-Prophylaxe mit einer täglichen Spritze ist meistens für die Dauer von 10 Tage notwendig. Wann das Bein belastet werden darf, hängt von dem Eingriff ab. Darüber informieren wir Sie nach der Operation ausführlich.

Kurzfristig sind schmerz- und entzündungshemmende Medikamente notwendig, die wir Ihnen selbstverständlich verschreiben. Die Häufigkeit der Einnahme werden wir ebenfalls mit Ihnen besprechen.

Falls Sie eine Drainage in das Gelenk gelegt bekommen haben, wird diese im allgemeinen am ersten Tag nach der Operation wieder gezogen. Falls der Drainage-Beutel voll wird, müssen Sie nicht beunruhigt sein, es kann nichts passieren.
Im Allgemeinen vereinbaren wir eine Wiedervorstellung am ersten, fünften und zehnten Tag nach der Operation. Normalerweise dürfen Sie nach zwei Tagen normal duschen. Nach 10-14 Tagen werden die Fäden gezogen.

Das Rezept für die Physiotherapie erhalten Sie von uns am Operationstag. Wie häufig die Nachbehandlung stattfinden soll, werden wir mit Ihnen besprechen. Wir bitten Sie, zu einer Nachkontrolle in der Klinik nach 3 Wochen und dann nach ca. 3 Monaten zu kommen.